Diesen Montag mit traurig-schöner Vanitas-Lyrik aus dem Barock. Der Dichter und Kupferstecher Jan Luyken (1649-1712) ist berühmt durch das Ständebuch Het menselyk bedryf (1694) und den Märtyrerspiegel (De Martelaersspiegel).
AIR
Droom is 't leven, anders niet,
't Gijt voorby gelijk een vliet,
Die langs steyle boorden schiet,
Zonder ooyt te keeren.
d'Arme mensch vergaapt sijn tijt
Aan het schoon der ydelheyd,
Maar een schaduw die hem vlijt,
Droevig! wie kan 't weeren?
d'Oude grijse blijft een kint,
Altijd slaap'rig, altijd blind,
Dag en uure,
Waart, en duure,
Word verguygelt in de wind,
Daar mee glijt het leven heen,
't Huys van vel, en vlees, en been,
Slaat aan 't kraaken
d'Oogen waaken,
Met de dood in duysterheen.
Barocklyrik ist nur schwer übertragbar. Umso gelungener finde ich die Nachdichtung von Ard Posthuma, der über Lyken und sein Gedicht AIR sagte: " Dass das Leben ein Traum sei, haben schon viele behauptet. Doch keiner so ergreifend wie er."
AIR
Traum, das Leben ist nur Traum,
fliegt vorbei wie eitel Schaum
gleich dem Bach am Ufersaum
ohne umzukehren -
Armer Mensch, gaffst allezeit
auf den Glanz der Eitelkeit,
alles Schatten, was dich freut,
traurig! Wer kann's wehren?
Alt und grau bleibt immer Kind,
immer dusslig, immer blind,
nichts wird währen,
Ruhm und Ehren,
sind ein Gaukelspiel im Wind -
So erlischt des Lebens Schein,
und dein Haus: Haut, Fleisch und Bein
wird bald krachen;
Augen wachen,
hüllt der finstere Tod uns ein.
Unter http://www.janluyken.com/ kann man in in der schönen Emblematik von Het menselyk bedryf blättern, die er gemeinsam mit seinem Sohn Caspar (1672-1708) anfertigte.
Der Kupferstich aus De Martelaersspiegel zeigt die Verbrennung der friesischen Täuferin Anneken Hendriks 1571 in Amsterdam und ist ein gutes Beispiel für Luykens ungewöhnlich detaillierte Arbeiten.

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